20 Jahre Deutschrap – und dann kam das Casino
Bass Sultan Hengzt, mit bürgerlichem Namen Fabio Ferzan Cataldi, ist einer der bekanntesten Vertreter des Berliner Straßenraps. Über 20 Jahre prägte er mit seiner markanten Berliner Schnauze die deutsche Hip-Hop-Szene – von den frühen Tagen bei ersguterjunge (Bushidos Label) über die Nähe zu Aggro Berlin bis hin zu seiner langjährigen Zusammenarbeit mit Fler bei Maskulin.
Alben wie „Rap braucht kein Abitur" und die Zahltag-Serie machten ihn zu einer festen Größe in der Szene. Sein Track „Cazino" aus dem Album Rap braucht immer noch kein Abitur (2005) zeigt, dass das Thema Glücksspiel ihn schon früh faszinierte.
Das Ende der Rap-Karriere (Januar 2024)
Anfang 2024 verkündete Bass Sultan Hengzt auf Instagram mit den unmissverständlichen Worten „Ich höre auf" das Ende seiner Rap-Karriere. Musik, Klamotten, Party-Events – all das stehe nicht mehr auf seiner Agenda. Der Grund: „Aktuell fühl' ich mich sehr wohl mit meinem neuen Business", ließ er seine Fans wissen.
Schon zuvor hatte Fler angedeutet, dass Deutschrap weniger im Interesse von BSH stehe – mit Verweis auf seine Casino-Streams. Auf dem letzten „Welle Vol. 1"-Sampler von Maskulin war er noch mit einigen Parts vertreten, bevor er sich vollständig dem Streaming widmete.
Umzug nach Malta mit Bruder Gino
Der Schritt war radikal: Bass Sultan Hengzt verließ Berlin, packte sein Leben zusammen und wanderte mit seinem Bruder Gino nach Malta aus. Die Mittelmeerinsel ist der europäische Hotspot der iGaming-Industrie – zahlreiche Casino-Anbieter haben dort ihren Sitz.
Gemeinsam betreiben die Brüder nun tägliche Casino-Streams. BSH selbst beschreibt den Schritt als einen absoluten Traum, der in Erfüllung gegangen ist. In seinen Instagram-Stories zeigt er sich regelmäßig mit Gewinnen und gibt seiner Community Einblicke in sein neues Leben auf der Insel.
Warum Casino-Streaming statt Rap?
Für Hengzt ging es beim Wechsel nicht primär um Geld. Er betonte, dass es einfach Zeit für etwas Neues gewesen sei. Dennoch: Die Zahlen zeigen, dass Casino-Streaming finanziell äußerst lukrativ sein kann. In nur 28 Tagen erreichte er 2,7 Millionen Zuschauer auf Twitch – Zahlen, die er selbst öffentlich teilte.
Abschließend bedankte er sich bei seinen Fans: Es sei kein Abschied für immer. Ob er damit auf mögliche Musik-Comebacks anspielte oder seine Twitch-Karriere meinte, bleibt offen. Klar ist: Im Casino-Streaming hat er seinen Platz gefunden.